Und das Volk stand da und sah zu.
Lukas 23,35.48
Nicht nur zusehen!
Ein Angler saß am Wasser, hielt die Angelrute in der Hand und wartete darauf, dass ein Fisch anbiss. Eine Zeit lang stand ein Fremder bei ihm und sah zu. Nach längerem Schweigen redete er den Angler an: "Ich kann mir nichts Langweiligeres vorstellen als Angeln!" - "Doch", entgegnete der Angler, "dabei zusehen!"
Es gibt Leute, die es mit dem Glauben an Jesus Christus ganz genauso machen: Sie stehen eine Zeit lang dabei, schauen ein wenig zu - und schon haben sie ein fertiges Urteil. Auf die Sache selbst haben sie sich jedoch gar nicht eingelassen. Wen wundert es, wenn ihr Urteil dann lautet: Nichts für mich; ich kann mir nichts Langweiligeres vorstellen! - Wer nur Zuschauer bleibt und nicht tatsächlich Anteil bekommt an Jesus Christus und seinem Leben, der wird immer vor Rätseln und Geheimnissen stehen.
Ähnlich ist es im Umgang mit der Bibel. Sie ist ein sehr lehrreiches und auch spannendes Buch. Und doch ist sie weder ein theoretisches Lehrbuch noch kurzweilige Unterhaltungslektüre. Der außerordentliche Wert des Wortes Gottes erschließt sich uns erst dann, wenn wir es in unser Herz aufnehmen und seine gestaltende Kraft in unserem Leben wirksam wird.
Die Kreuzigung Jesu war für viele nicht mehr als ein "Schauspiel". Sie sahen zu; und am Ende wirkten sie sogar ergriffen. Doch als sie nach Hause gingen, waren sie nur Zuschauer geblieben. Bei dem römischen Hauptmann aber hatte das Geschehen tiefere Eindrücke hinterlassen: "Er verherrlichte Gott und sagte: Wahrhaftig, dieser Mensch war gerecht" (V. 47); und: "Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!" (Markus 15,39).
Donnerstag 19 August
